17.07.2017 | Kempten
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Sommertipps für Motorradfahrer

Es ist Sommer, die Sonne scheint, nur ein paar weiße Wölkchen am blauen Himmel – da hält es Biker nicht zu Hause. Rauf aufs Motorrad und durchs Allgäu fahren. Vielleicht Richtung Tirol oder Vorarlberg, nach Oberschwaben oder an den Bodensee. Es gibt viele traumhafte Routen für Biker in der Region. Bei aller Euphorie heißt es aber aufpassen - auf Straßenverhältnisse und andere Verkehrsteilnehmer. „Die Knautschzone beginnt beim Helmvisier", sagt Ralf Müller-Wiesenfarth. Der 56-jährige Kemptener ist Cheftrainer beim ADAC Südbayern und selbst leidenschaftlicher Biker. Die ADAC Unfallforschung hat herausgefunden, dass bei schönem Wetter über 90 Prozent aller tödlichen Motorradunfälle passierten. Mund mehr als zwei Drittel der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist auf Bundes- und Landstraßen und klassischen Ausflugstrecken ums Leben gekommen.

 

Schutzkleidung: Auch wenn das Thermometer die 30-Grad-Marke knackt, sollten Biker auf keinen Fall auf Schutzkleidung verzichten. Gerade bei kurzen Strecken neigen manche dazu, in Jeans und T-Shirt und sogar ohne Handschuhe zu fahren. „Das ist grob fahrlässig", sagt Ralf Müller-Wiesenfarth. „Wer es in der schweren Lederkleidung nicht aushält, kann Sommer-Textilkleidung mit Protektoren tragen, die Stabilität und einen gewissen Schutz bietet."

Thema Helm: Wer einen luftdurchströmten und hellen Integralhelm besitzt, behält auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf. Ein Außen-Temperaturunterschied zwischen „Schwarz" und „Weiß" von mehr als 30 Grad ist keine Seltenheit. Als Alternative gibt es spezielle Jethelme mit Kinnbügel für den Sommer. Apropos Helm: Kaum ist man auf der Straße, haben Insekten mit dem Visier Bekanntschaft gemacht. Bei jedem längeren Halt sollten Biker deshalb auch die Kunststoffscheibe reinigen. „Wasser und ein weiches Tuch reichen. Brillenputztücher tun’s auch", sagt Müller-Wiesenfarth.

Vorausschauend fahren: Wer im Stau steht oder längere Standzeiten hat, sollte den Motor ausschalten, sonst droht Überhitzung. Eine echte Gefahr sogenannte „Blow Ups" dar: Beton-Fahrbahnen brechen zu Sprungschanzen für die Motorradfahrer auf. Gefahrenstellen kann man oft vorausahnen – und Geschwindigkeit und Fahrstil entsprechend anpassen. „Für Motorradfahrer ist es enorm wichtig, sich selbst richtig einzuschätzen und auf die Gefahrensituationen schnell und gezielt zu reagieren".

Technik-Check vor der Urlaubsreise: Vor der Fahrt in den Urlaub heißt es die Maschine durchzuchecken. Passen die Pneus noch? Die Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 Millimeter. Stimmt der Reifendruck? Ist die Batterie noch okay? Ist die Kette korrekt gespannt? Greifen die Bremsen? Funktionieren Schaltung und Beleuchtung? Und wenn dann alles passt, stellt sich die entscheidende Frage: Wohin mit dem ganzen Krempel? „Schwere Gegenstände gehören möglichst nahe an den Schwerpunkt der Maschine, zum Beispiel in den Tankrucksack. Auf die Gepäckbrücke oder in die Koffer dürfen nur leichte Sachen, denn Motorräder sind aerodynamisch sehr empfindlich", sagt Müller-Wiesenfarth. „Nach dem Bepacken sollte man aber den Reifendruck noch einmal überprüfen, eventuell die Federvorspannung erhöhen und die Dämpfung anpassen."

Pausen einplanen: Und dann bis zum Urlaubsort am Meer durchdüsen - „Auf keinen Fall!", warnt der ADAC-Experte. Um die Konzentration hochzuhalten und um Körperverspannungen vorzubeugen, rät er Bikern öfter mal eine Pause einzulegen. Es ist auch sehr zu empfehlen, für die Anfahrt eine zwar längere aber dafür interessante Strecke zu planen, dann beginnt der Urlaub schon an der eigene Haustür. Nur wer gut erholt ist, kann auch vorausschauend fahren. Und eines ist auch klar: „Nach einem Stopp macht das Biken gleich noch mehr Spaß."

ADAC Motorrad-Trainings:  

Ob Anfänger, Wiedereinsteiger oder Routinier - die ADAC Fahrsicherheitsanlage Kempten hat für jede Bikerin und jeden Biker den passenden Kurs.

Mehr Informationen zum Trainingsangebot auf der ADAC Fahrsicherheitsanlage Kempten gibt es gebührenfrei unter der Telefonnummer 0800 89 800 88 und im Internet unter www.sicherheitstraining.net

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