23.01.2020 | Kempten
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ADAC macht Fahrer des ASB-Wünschewagen fit für die Straße Ehrenamtliche Mitarbeiter/-innen absolvieren ADAC Fahrsicherheitstraining

Die Fahrerinnen und Fahrer des ASB-Wünschewagen beim Fahrtraining im ADAC Fahrsicherheitszentrum Kempten im
Allgäu. Fotos: ADAC Südbayern

Einmal noch hoch hinaus auf einen Berg, einen Sonnenuntergang am Bodensee erleben, in einem Fußballstadion oder in einer Konzerthalle mit Tausenden von Fans mitfiebern oder auch ein letztes Mal das Grab eines geliebten Menschen besuchen – auch schwerkranke Menschen haben Wünsche, und die will der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erfüllen. Rund 60 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umfasst das Team, das seit November 2018 von Kaufbeuren aus todkranke Menschen im Allgäu und Schwaben an ihre Sehnsuchtsorte bringt. Vor kurzem hat das ASB-Team auf Einladung des ADAC Fahrsicherheitszentrum Kempten im Allgäu ein Sicherheitstraining absolviert und sich fit für die anspruchsvollen Fahrten gemacht. „Das Fahrsicherheitstraining war eine große Bereicherung im Umgang mit dem Wünschewagen“, sagt Sonja Hujo aus Germaringen (Ostallgäu), die für die Koordination der Fahrten zuständig ist.

Großer Lerneffekt beim Fahrsicherheitstraining
„Ein sehr interessantes und lehrreiches Fahrtraining. Beeindruckend, wie lange ein Bremsweg werden kann, und wenn man die Spiegel richtig einstellt, klappt es auch mit dem rückwärtsfahren“, sagte Johanna Bauer (Landsberg) nach dem Training. Ihre Kollegin Uta Firnhaber aus Memmingen fand es spannend, Vollbremsungen auf diversen Fahrbahnbelägen auszuprobieren. ADAC Trainer Thomas Reinhold ist in dem knapp achtstündigen Fahrsicherheitstraining auch auf die individuellen Bedürfnisse der ehrenamtlichen Helfer eingegangen. „Ich habe wichtige, für mich neue theoretische und praktische Inputs bekommen“, meinte Ruth Köhler aus Durach (bei Kempten). „Mir hat es mehr Sicherheit gebracht“, bilanzierte Brigitte Rogg aus Wertingen, und ihr Kollege Manfred Thieringer aus Memmingen fügte hinzu: „Das Fahrtraining war sehr informativ und kurzweilig. Durch die praktischen Übungen bekommt man für viele Situationen im Straßenverkehr ein sehr gutes Rüstzeug mit auf den Weg.“

Die Mitarbeiter, welche die Fahrten des ASB-Wünschewagens begleiten, sind im medizinisch-pflegerisch Bereich oder im Rettungsdienst ausgebildet. Der Wünschewagen ist ein umgebauter Krankenwagen mit Panoramafenster und weitgehend mit versteckter Medizintechnik ausgestattet. Der Innenraum verfügt über ein harmonisches Licht- und Farbkonzept. Es gibt einen Videobildschirm, eine Musikanlage und einen LED-Sternenhimmel. „Die Fahrgäste sollen sich auf der Fahrt zu ihrem letzten Wunsch wohlfühlen“, sagt Sonja Hujo. Zu den Fahrgästen gehören übrigens nicht nur ältere Menschen, sondern mitunter auch Kinder, die so noch einmal mit der Familie oder Freunden einen schönen Ausflug machen können. „Zu sehen, wie die todkranken Menschen bei der Erfüllung ihres Wunsches noch einmal aufblühen, wie sie strahlen, lachen und für einen Moment lang glücklich sind, sei für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder ein ergreifendes Erlebnis“, erzählt Sonja Hujo. Für Hujo war es beim Fahrsicherheitstraining besonders spannend zu erleben, dass man auch auf kleinster Fläche mit dem großen Fahrzeug rangieren kann: „Man muss halt wissen, wie es geht, und das hat uns der ADAC Trainer gezeigt.“ Trainer Thomas Reinhold hat ebenso demonstriert, wie groß und gefährlich der tote Winkel sein kann, und wie man mit dem Wünschewagen auch eine längere Strecke sicher rückwärtsfahren kann. Das Fazit der Ehrenamtlichen lautete: „Das ADAC Training war klasse, es war sehr lehrreich und hilfreich!“

Weitere Infos zum ASB Wünschewagen
Der Wünschewagen ist ein Kooperationsprojekt der ASB Verbände Allgäu, Augsburg, Neu-Ulm und Dillingen-Donau-Ries. Stationiert ist er in Kaufbeuren und steht Patienten aus ganz Schwaben kostenlos zur Verfügung. Das Projekt wird ausschließlich von Ehrenamtlichen betreut und über Spenden finanziert. Der ASB-Wünschewagen in Kaufbeuren ist der zweite in Bayern. In Deutschland gibt es inzwischen knapp 23 solcher Krankentransporter. Schwerkranke, die einen Ausflug mit dem Wünschewagen machen möchten oder deren Angehörige, können sich direkt beim ASB in Kaufbeuren für eine Fahrt anmelden. In Absprache mit dem behandelnden Arzt wird dann entschieden, ob die Wunschfahrt möglich ist. Kosten entstehen dem Fahrgast und seinen Angehörigen keine. Nähere Informationen gibt es unter www.asb-allgaeu.de

Presse-Ansprechpartner

Sandra Gölz

sandra.goelz@sby.adac.de
T 089 51 95 201
F 089 51 95 477

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